Internationale Bildungs-und Begegnungsstätte “Johannes Rau” Minsk

Die Erinnerung, die uns vereint!

Am 18. März fand in Minsk die internationale Aktion zum Gedenken an die Opfer des Vernichtungslagers „Trostenez“ statt. Die Leitung der Bildungszentren in Dortmund und Minsk nahm am Requiem-Meeting am Monument „Gedenktor“ teil und ehrte diejenigen, die in Trostenez umgekommen waren.

Die Veranstaltung wurde vom Minsker städtischen Exekutivkomitee unter Mitwirkung der IBB J. Rau Minsk und der Gedächtniskirche aller Heiligen organisiert.

Nach dem Meeting pflanzten dessen Teilnehmer zum Andenken an die im Todeslager ermordeten Menschen junge Ulmenbäume als Symbol der Erinnerung und der fortwährenden Erneuerung des Lebens. Zur Ehrung der Trostenez-Opfer versammelten sich die Vertreter staatlicher Organe, diplomatischer Missionen, des Stadtexekutivkomitees, Geistliche von vier religiösen Hauptkonfessionen in Belarus, Mitarbeiter der Bildungszentren in Minsk und Dortmund, Vertreter gesellschaftlicher Vereinigungen und politischer Parteien, Zeitzeugen und Freiwillige.

In seiner Ansprache bedankte sich der stellvertretende Leiter der präsidialen Administration Igor Busowskij bei den internationalen Organisationen für den Beitrag zur Errichtung der Gedenkstätte und betonte: „... die Gedenkstätte sei die Ehrung derjenigen Generationen, die unerbittliche Härte und Belastungen des 20. Jahrhunderts ertragen mussten. Sie sei eine tiefe Verbeugung der Nachkommen, die die humanistischen Werte und eine friedliche Zukunft zu schätzen wissen“.

Der Botschafter der BRD in Belarus Peter Dettmar und der Vorstandsvorsitzende des IBB Dortmund e.V. und der IBB J. Rau Minsk Matthias C. Tümpel riefen in ihren Ansprachen die Versammelten dazu auf, die Erinnerung an die NS-Opfer zu bewahren und sich für alles, was in der Welt geschieht, verantwortlich zu fühlen. „Lange Zeit war die Erinnerung an die Opfer von Trostenez und Blagowschtschina eine offene Wunde, denn an diesem Ort gab es keine Gedenkstätte. Und jetzt werden wir alles tun, um Geldmittel für den Abschluss dieses Projektes zu sammeln, das als Erinnerungsort für die Verwandten der hier getöteten Menschen notwendig ist“, so Matthias Tümpel.

Zum Abschluss des Requiem-Meetings fand die feierliche Zeremonie der Beisetzung der Kapsel mit Erde und Asche aus Trostenez in der Krypta der Gedächtniskirche aller Heiligen statt. Dorthin wurde auch eine Urne mit der gleich nach dem Krieg in Trostenez gesammelten Asche gebracht, die im Belarussischen Staatlichen Museum der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges aufbewahrt wird.

Nach den Gedenkfeierlichkeiten fand im Saal der Gedächtniskirche aller Heiligen eine Fasten-Mahlzeit statt, bei der der Vorsitzende des Minsker städtischen Exekutivkomitees Igor Karpenko, der Vorsteher der Gemeinde aller Heiligen, Erzpriester Fjodor Pownij sowie der Geschäftsführer des IBB Dortmund Peter Junge-Wentrup das Wort ergriffen.

In seiner Rede unterstrich Peter Junge-Wentrup: „ Im Kontext der Beziehungen zwischen Belarus und Deutschland stellt die Gedenkstätte „Trostenez“ das wichtigste Projekt zur Verständigung und Versöhnung zwischen unseren Ländern dar. Wir hoffen, dass die Realisierung dieses Projektes zur Formierung einer gesamteuropäischen Erinnerungskultur und Völkerverständigung beitragen wird. Und in der Zukunft wird diese Gedenkstätte zum Erinnerungsort vom europäischen Maßstab“.

Die Zusammenarbeit zwischen Belarus und Deutschland auf der Ebene der Zivilgesellschaft ist eine der wichtigsten Prioritäten in der Tätigkeit der Bildungszentren in Minsk und Dortmund. Wir sind davon überzeugt, dass die Festigung des Vertrauens und der Verständigung zwischen unseren Ländern zur vollständigeren Realisierung eines großen Potentials der bilateralen Zusammenarbeit beitragen wird.

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