Internationale Bildungs-und Begegnungsstätte “Johannes Rau” Minsk

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Brücke der deutsch-belorussischen Freundschaft

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Origineller Bau

Ort der Ruhe

Geschichtswerkstatt

Von einer Million Juden, die einst in Belarus lebten, haben kaum mehr als 200.000 den Großen Vaterländischen Krieg überlebt. In Minsk befand sich das größte jüdische Ghetto im besetzten Belarus. Zwischen 1941 und 1943 lebten dort 100.000 Juden auf sehr kleinem Raum. Von ihnen überlebten nur wenige den Krieg. Die massenhafte Vernichtung jüdischen Lebens erfolgte im Todeslager Trostenez – einem kaum bekannten Vernichtungsort des Zweiten Weltkriegs. Schätzungsweise 206.500 Juden aus Deutschland, Österreich, Belarus, Tschechien und anderen Ländern wurden dort ermordet, darunter auch Partisanen, Untergrundkämpfer und Kriegsgefangene aus Minsk und Umgebung. Nur wenig erinnert heute an sie. Mehr zum Projekt der Gedenkstätte Trostenez erfahren Sie hier.

In einem der wenigen erhaltenen Häuser des ehemaligen jüdischen Ghettos von Minsk befindet sich heute die Geschichtswerkstatt. Sie ist dank gemeinsamer Bemühungen des IBB Dortmund, der IBB Minsk und des belarussischen Verbandes jüdischer Organisationen und Gemeinden entstanden. Die Geschichtswerkstatt ist ein Ort, der an das Ghetto, die Deportationen deutscher Juden nach Minsk und ihre Vernichtung im Todeslager Trostenez erinnert. In dem Haus, in dem sie sich befindet, wurden während der deutschen Besatzung jüdische Familien versteckt, die dadurch den Krieg überlebten. Heute erforschen dort belarussische und deutsche Historiker unter Einbeziehung von Zeitzeugen und Betroffenen geschichtliche Zusammenhänge.

Die Geschichtswerkstatt setzt eine der zentralen Ideen der IBB Minsk um, die Aussöhnung und Verständigung zwischen Völkern und Generationen. Die Erinnerung an die Vergangenheit hilft heute, einen Dialog der Verständigung und Versöhnung aufzubauen.

Seit ihrer Eröffnung im März 2003 ist die Geschichtswerkstatt eine wichtige Institution im kulturellen und wissenschaftlichen Leben von Belarus geworden. Dank ihres breiten Tätigkeitsspektrums leistet sie einen Beitrag zur Entwicklung der Erinnerungskultur und von Lernprozessen: Regelmäßig treffen sich dort Zeitzeugen mit der jungen Generation, Historiker mit Studenten oder Schülern. Es finden Diskussionen zu aktuellen Problemen statt – sei es im Rahmen von Seminaren, oder auch bei kreativen Abenden mit Vertretern verschiedener gesellschaftlicher Organisationen. Neue Materialien und Ausstellungsstücke zur Geschichte des Holocaust, des Minsker Ghettos und des Todeslagers Trostenez helfen, die weißen Flecken in der belarussischen Geschichte aufzuarbeiten.

Die Geschichtswerkstatt unterhält mehrere Clubs, wie den Club junger Historiker und den Club der Germanisten. Die dort versammelten Spezialisten sorgen u.a. für die Qualifizierung von Lehrern und Universitätsdozenten, sowie von Museums-, Archiv- und Sozialarbeitern.

Die Forschungsergebnisse der Geschichtswerkstatt werden in Büchern sowie Ausstellungen präsentiert. Einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen dieser Arbeit leisten deutsche Partnerorganisationen aus Dortmund, Berlin, Bonn, Bremen, Jena und anderen Städten.

Das Museumslabor «Geschichtswerkstatt» bietet Führungen auf Russisch, Belarussisch und Deutsch an.

Die Geschichtswerkstatt arbeitet dank ideeller, aber auch finanzieller Unterstützung von Bürgern. Sie kann aber nur dann erfolgreich arbeiten, wenn viele Menschen ihre Tätigkeit unterstützen. Deshalb bitten wir Sie:

- Lassen Sie uns Informationen über Ihre Heimatstadt und Ihre Nächsten, die im Krieg nach Belarus deportiert wurden, zukommen.

- Besuchen Sie uns in der Geschichtswerkstatt und nehmen Sie an unseren Veranstaltungen teil.

-Leisten Sie Ihren Beitrag zur Arbeit der Geschichtswerkstatt.

Ausführliche Informationen über die Arbeit der Geschichtswerkstatt finden Sie auf unserer Homepage

Leiter der Geschichtswerkstatt:

Dr. Kuzma Kozak

ul. Suchaja, 25

220004 Minsk

Tel.: + 375 17 200 76 26

e-Mail: kozak@ibb.by